Hofpädagoge

logo-EllaSeit August 2015 arbeite ich als selbstständiger Hofpädagoge, nach meiner siebenjährigen Klassenlehrerzeit an der Rudolf Steiner Schule Birseck in Aesch (BL), auf dem Bauernhof Untere Tüfleten. Der Hof ist seit zwei Generationen ein Demeter-zertifizierter Betrieb, steht auf der Liste der SchuB-Höfe (Schule auf dem Bauernhof) und ist über den Verein „Schul-Hof“ seit 2010 in regelmässiger Zusammenarbeit mit der Rudolf Steiner Schule Birseck.

Der Hof ist und bleibt ein eigenständiger Wirtschaftsbetrieb. Die Arbeit, die von Schülern gemacht wird, muss Sinn machen für den ganzen Betrieb. Die Schüler sollen nicht mit Alibi-Übungen oder ausgedachten Tätigkeiten beschäftigt werden, sondern notwendige und aus dem Betriebsablauf sinnvolle Aufgaben bekommen, die natürlich auf das Alter der Kinder abgestimmt sind.
Mein Ziel ist es, die Verbindung von Bauernhof und Pädagogik zum Erblühen zu bringen. In enger Zusammenarbeit mit dem Bauernhofehepaar Kradolfer-Gebhardt soll ein Ort entstehen, der nachhaltig, gesundend, ausgleichend und komplementär zum herkömmlichen Schulunterricht ist.

Wir möchten zeigen, dass das Zusammenwirken von Schule und Bauernhof eine grosse Unterstützung dafür bietet, dass sich die Kinder gesund und widerstandsfähig gegenüber ungesunden Zeiterscheinungen entwickeln können. In der heutigen Zeit wird es immer schwieriger, dass Kinder zusammenhängende Kreisläufe erleben können. Hier versuchen wir dieser Tendenz mit Jahresthemen entgegenzuwirken, wie zum Beispiel „Vom Korn zum Brot“.
Wichtig ist mir, dass die Kinder eine echte Beziehung zum Bauernhof aufbauen können.
Mein derzeitiges Angebot steht allen Schulen und Kindern der Region offen und richtet sich an drei Interessensgruppen: erstens an Schulklassen, zweitens an Eltern, die ihr Kind (1. bis 5. Klasse) am Nachmittag auf den Hof schicken wollen und drittens an Schulen, die einen TimeOut-Platz für Kinder oder Jugendliche suchen. Alters- und kindgerecht helfen wir bei den täglich anfallenden Arbeiten rund um den Hof mit.

Als Klasse kann man sich zu einem bestimmten Projekt anmelden z.B. Kartoffelernte, Forstarbeit oder Thema Stall oder auch in einem regelmässigen Rhythmus kommen – wöchentlich, monatlich oder quartalsweise. Sehr beliebt ist auch das Jahresthema „Vom Korn zum Brot“, wo es darum geht, dass die Kinder den ganzen Weg des Getreides tätig miterleben dürfen. Sie sollen mit eigenen Händen jeden Arbeitsschritt machen dürfen, den es braucht, um von einzelnen Körnern zu einem Leib Brot zu kommen: Pflügen, Eggen, Säen, Ernten, Garben machen, Dreschen, mit der Röndel Spreu und Getreide trennen, Mahlen, Brot backen und endlich Znüni mit eigenem Brot essen!

So erleben die Kinder im Verlauf eines Jahres eine Ganzheit und erfahren, wie viel Arbeit hinter einem Stück Brot steckt. So können sie den Nahrungsmitteln, die man ohne grosse Überlegungen im Supermarkt kaufen kann, eine entsprechende Wertschätzung entgegenbringen. Diese wertvollen Erlebnisse sind prägend für ein ganzes Leben und schaffen einen realen Bezug zum Leben in einer immer technisierteren Welt.
Meine Überzeugung ist, dass nur durch solche elementaren Erfahrungen ein gesundes Verhältnis zu einer digitalisierten Umwelt entstehen kann.
Um dieses Anliegen zu verwirklichen habe ich mich selbstständig gemacht und suche Sponsoren und Stiftungen, die mich in den ersten Jahren unterstützen, bis das Projekt „Hofpädagoge“ sich selber trägt.
Für das kommende Jahr 2017 braucht es noch einen Betrag von 30´000Fr.

Zuletzt aktualisiert am 20. Juli 2017